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Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #4 und #5

ChristlMistl | Mittwoch, 24. Mai 2017 | / / | Kommentieren

Letzte Woche fiel das Tagebuch aus einem einfachen Grund aus: Ich hatte am Dienstag vergessen, dass Dienstag war, und war somit nicht zum Pilates gegangen. Die Erkenntnis kam erst, als ich am Abend gefragt wurde, wie denn dieses Mal die Pilatesstunde lief. 
Ähm, sag' nicht heute ist Dienstag? Oh...dann muss ich der Trainerin mal noch schnell ne Mail schreiben, damit mir das nicht als unentschuldigte Fehlstunde angekreidet wird. Drei Mal unentschuldigt und du bist gewissermaßen raus.
So läuft das nämlich im Hochschulsport. Wer drei Mail unentschuldigt fehlt, bei dem wird davon ausgegangen, dass er nicht mehr an dem Kurs interessiert ist und somit wird sein Platz für einen neuen Interessenten frei. Die letzte Stunde fiel also aus und ich habe den Tag ehrlich gesagt viel schöner verbracht, nämlich mit Zeichen, Geburtstagskarten basteln und Balkonien. Mir hat es also an nichts gefehlt. Dem Rücken geht es momentan trotz akuter Masterarbeitsrecherche bestens, was vielleicht auch daran liegt, dass ich mich im Sommer einfach mehr bewege, aka ständiges Radfahren und Gartenarbeit.

Dementsprechend unmotiviert war ich gestern. Erst zehn Minuten vor Beginn konnte ich mich doch noch aufraffen hinzugehen. Schnell die Leggins angezogen (viel zu warm bei dem Wetter!) und rüber in den Sportraum geschlendert. Wir fangen eh nie pünktlich an. Und siehe da, ich war mit zwei Minuten vor Unterrichtsbeginn mal wieder die Erste. Und da lag ich nun im Keller und die Sonne schien draußen munter weiter. Ohne mich. Leider.

Am interessantesten war dieses Mal zu sehen, dass sich der Kurs ziemlich gelichtet hat. Fünf von uns sind von Anfang an dabei, wovon drei letzte Woche nicht da waren und die anderen zwei sich um einiges verspätet haben. Dann gab es zusätzlich noch zwei Neulinge, die durch frei gewordene Plätze nachrücken konnten. Ich bin schon mal nicht die Erste, die den Kurs schmeißt - ha, noch nicht mal Zweite oder Dritte! Ich bin stolz auf mich! War der Kurs am Anfang des Semesters voll ausgebucht, gibt es derzeit wieder Plätze. Anscheinend geht es also nicht nur mir so, dass ich das Ganze hier nicht wirklich mag. Aber nun weiter mit dem Sportprogramm.

Wenn wir liegen, sollen wir den ganzen Rücken auf der Matte ablegen. Heute gab es dieses passende Bild dazu:
Stellt euch vor, ihr liegt jetzt am Strand und ihr lasst euren Rücken in den warmen, weichen Sand sinken.
Das, was mir dabei allerdings zu erst in den Kopf schoss, war Folgendes: 
Also ich bin ja eher so der Strandkorbtyp und nun? Ach, Warnemünde. Ja, Warnemünde wäre jetzt schon schön. Sonne, Meeresrauschen, Salzluft, Eis...
Apropos Eis - ich hatte mir gestern Morgen eine leckere Packung Schokoeis gekauft, wovon ich mir am Nachmittag noch vor dem Kurs schön bequem auf dem Balkon etwas genehmigen wollte. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Da ich vorher aber mit dem Rad noch in der Stadt unterwegs war und ziemlich spät wieder in der Wohnung ankam, wurde daraus leider nichts, denn die Pilatesstunde rief schon frohlockend nach mir, nur ich nicht nach ihr. Denn ich wollte Eis, mein Eis, am liebsten jetzt, sofort! Währenddessen werde ich mal wieder von der Trainerin in meinen Gedanken unterbrochen. Sie drückt nämlich meine Rippen wieder zusammen und nach unten. Sie sagt zwar immer, wenn uns Berührungen unangenehm sind, dann sollen wir es sagen. Aber nach mehrmaligem deutlichen "Aua" einen Blick à la "Nun hab' dich mal nicht so" von ihr zu ernten und KEIN Unterbrechen der Prozedur zu erleben, sprechen ja dann wohl eine andere Sprache. Das mit dem nicht mögen beruht anscheinend auf Gegenseitigkeit. Gut so, mir doch egal. Ich bin da wie so ein stures, dickköpfiges Kleinkind und schmolle bzw. bocke bis zum Ende der Stunde vor mich hin, lasse die restlichen Übungen herzlos über mich ergehen und sehne mich unglaublich nach meinem Eis. Das Essen und ich - eine never ending Lovestory!
Und jetzt gehen wir über zum Breathing.
Ach nee, ich dachte, das ist etwas, was bei Normalfunktion automatisch abläuft. Ihr merkt es wohl auch so langsam, Pilates und ich, ich und Pilates wir werden wohl nie so wirkliche Freunde. Während man eigentlich beim Pilates zur Ruhe kommen und zu sich finden soll, werde ich eigentlich eher geladen und gereizt. Mir fehlt eindeutig die Bewegung. Ich bin ein Zappelphilipp, langweile mich schnell und brauche immer etwas zu tun. Pilates ist mir dabei einfach zu...ja, was eigentlich?...zu nichts. Es ist nichts! 

Ich schaffe mir in meinem Alltag schon meine Ruhepole, in denen ich mir bewusst Auszeiten nur für mich nehme. Irgendwie brauche ich das nicht auch noch beim Sport. Obwohl, für mich ist Pilates einfach kein Sport. Sport war, ist und bleibt für mich definiert als eine Aktivität, die dich voll fordert und fördert, bei der du ins Schwitzen gerätst und bei der du am Ende merkst, was du heute getan hast (und vielleicht auch in den darauffolgenden Tagen). Was ich nämlich eher brauche, ist auch einmal das volle Auspowern, das Erschöpft- aber Glücklichsein. Nach Pilates bin ich weder das eine noch das andere. Und das finde ich furchtbar schade. Meinem Rücken geht es zwar dadurch besser, aber allem voran sollte mir der Sport Spaß machen, ansonsten wird aus uns nämlich nicht viel. Ob ich das Ganze also noch lange aufrechterhalten kann, ist also fragwürdig. Irgendwann setze ich vielleicht auch meine weißen Segel, wie schon einige aus dem Kurs, und mach' mich davon in den Sommer, an den See, auf Balkonien, aufs Rad, in den Garten immer mit dabei mein Eis! Wir werden sehen! 

P. S.: Drei Mal dürft ihr raten, was es jedenfalls nach dem Kurs gab - quasi als Belohnung.

Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #1
Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #2
Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #3

Kolumne: Ich studiere BWL und ...

ChristlMistl | Sonntag, 21. Mai 2017 | | 1 Kommentar
"Und, was studierst du? Biologie oder so bei den ganzen Pflanzen auf deinem Balkon?" - "Nein, BWL" - "Oh, so viel Theorie ... also das, was alle studieren, ne?" Das ist jetzt einige Tage her und ich hätte mal darauf "Oh, so viel Klischee ... also das, was alle sagen, ne?" erwidern sollen. Habe ich aber leider nicht, sondern bin einmal wieder in Rechtfertigungen ausgewichen, die das Klischee abmildern sollten. "Ja, aber ich beschäftige mich viel mit nachhaltigem Konsum bis hin zum Antikonsum. Ich könnte mir vorstellen, im Non-Profit-Bereich oder weiter in Forschung und Lehre zu arbeiten. Du siehst, BWL kann auch in die ganz andere Richtung gehen." Und wieder einmal hasste ich mich dafür. Dafür, dass ich weich wurde. Dass ich mal wieder anfing, mich zu rechtfertigen. Dass ich mich mal wieder von dem ganzen Klischee-Mist angegriffen gefühlt habe. Dass ich nicht schlagfertiger zurückgefeuert habe. Dass ich überhaupt immer wieder darauf eingehen muss. 

Denn es ist doch so:

Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #3

ChristlMistl | Dienstag, 9. Mai 2017 | / / | 2 Kommentare
By shushipu [CC0 Public Domain], via Pixabay  

Heute bin ich eigentlich ziemlich zuversichtlich und beschwingt von der Arbeit zum Pilates geeilt. Kaum lag ich auf der Matte, sah das Ganze auf einmal erheblich anders aus. Eine negative Stimmung überkam mich, und zwar von Null auf Hundert in nur drei Sekunden.

Rezept: Rüblikuchen - Yummyness auch nach Ostern

ChristlMistl | Freitag, 5. Mai 2017 | / | 3 Kommentare

Ja, ja ich weiß, Ostern ist schon längst vorbei und ich poste jetzt wohl den Osterkuchen schlechthin: den Rüblikuchen oder auch Möhren- bzw. Karottenkuchen. Hat jemand noch ein paar Synonyme für diesen schmackofatzen Kuchen parat? Jedenfalls finde ich, dass dieser Kuchen das ganze Jahr über schmeckt. Im Herbst oder im Winter macht man einfach noch etwas mehr Zimt als angegeben rein und schon schmeckt er weihnachtlicher und im Sommer lässt sich so die Möhrenernte aus dem Garten gut verarbeiten. Ihr seht also, der Rüblikuchen ist ein ziemlicher Dauerbrenner. Von daher gibt es jetzt mein Lieblingsrezept des Gemüsegebäcks.

Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #2

ChristlMistl | Dienstag, 2. Mai 2017 | / / | 1 Kommentar
By shushipu [CC0 Public Domain], via Pixabay  

Der Tag begann mit Rückenschmerzen deluxe, wahrscheinlich dank des gut gefüllten Backpackerrucksacks von gestern. Kaum aus dem Bett gefallen, fieberte ich den Nachmittag daher schon so richtig entgegen. Heute konnte ich Pilates also auf Herz und Nieren prüfen oder besser gesagt auf Rücken. Bringt mir der Kurs wirklich das, was ich mir von ihm erhoffe - bessere Haltung und somit weniger Rückenprobleme?

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