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Das, was bleibt

ChristlMistl | 20. Mai 2016 | |
Bildquelle: PublicDomainPictures via Pixabay.com

Und auf einmal wusstest du wieder, warum du Geschichte so sehr liebtest. Da sie von Menschen erzählt wird. Sie lassen dich fühlen, nachdenken, erstarken, inspirieren, innehalten.

Da ist nur noch dieser eine Mensch, der seine Geschichte erzählt. Um ihn herum Stille, weil alle Aufmerksamkeit nur noch ihm gehört, seinen Worten, seiner Geschichte. Man könnte meinen, alle halten die Luft an, so gebannt lauschen sie. Man könnte eine Nadel fallen hören.

Es ist die Geschichte, die uns leben lässt, weil sie uns zu lehren weiß. Es ist wichtig diesen Geschichten Gehör zu schaffen, Ihnen Raum zu geben.

Einer, der diese großartige Gabe besaß, bei dem alle ruhig wurden, weil er von seiner Kindheit in Ostpreußen oder vom Krieg erzählte, war mein Uropa. Es war egal, ob man das schon einmal gehört hatte, es war immer und immer wieder einnehmend. Ergreifend.

Dieser wunderbare Mensch lehrte mich, nicht nur Bücher zu lieben, sondern auch Geschichte. Er gab mir die Macht der Worte - sie zu fühlen, ihnen Ausdruck zu geben. Ich kann mich noch erinnern, als wäre es gestern - da standen wir vor deiner Büchervitrine und du erzähltest mir mit solch' einer Leidenschaft von diesem einen Buch. So eine Euphorie für das gebundene Wort hatte ich bis dato nicht erlebt und danach auch nicht wieder. Das, nein du, fasziniertest mich zutiefst.

Ich habe dir das leider nie gesagt, aber du hast mir so viel gegeben. Bis heute bleibt mir dein Gesicht mit deinen wunderbaren Augen voller Milde, Güte und dem kindischen Glitzern sowie dein schelmisches Grinsen - bei dem ich mir immer vorgestellt habe, dass du schon so als Kind gegrinst haben musst, als du etwas ausgeheckt hattest - in Erinnerung.

Denn du bist hier ganz fest verankert. Bei mir. In meinen Erinnerungen. Ganz tief in meinem Herzen. Du fehlst mir hier auf Erden. Jeden Tag. Denn solche Menschen wie dich, gibt es hier viel zu selten und ich finde, jeder Mensch auf Erden sollte einer Person wie dir zumindest einmal begegnet sein. Das würde vieles ändern. Man würde sich ändern. Positiv.

Und deshalb erzähle ich heute diese Geschichte hier. Von einem Menschen, einem ganz Großen, zu dem man hinaufsieht. Von dir! Du fehlst mir so.

Kommentare :

  1. Was für ein schöner und gefühlvoller, aber auch trauriger Text. Ich habe das Glück, dass meine Großeltern noch leben und sich guter Gesundheit erfreuen. Ich habe also glücklicherweise einen solchen Verlust noch nicht erleben müssen. Ich war früher ein ganz großes Oma-Kind und wollte auch gar nicht in den Kindergarten gehen... die Zeit vorher habe ich vormittags öfter bei meiner Oma verbracht und daher war ich dahingehend etwas verwöhnt von tollen Aktivitäten. ;) Über viele der Dinge, die wir damals angestellt haben, lachen wir heute noch. ;)

    Einwegkameras finde ich auch eine schöne Idee!
    Allerdings bin ich für die als Fotografin mittlerweile zu anspruchsvoll. ;) Ich habe gerne so etwas wie eine kleine Polaroidkamera mit dabei, aber irgendwas digitales muss dann trotzdem einfach mit. Gerade in Japan wäre es dann doch schade gewesen nur Polaroids zu machen, damit ist man dann ja doch ein wenig eingeschränkt. Allerdings hat man dann leider schon öfter Angst um die Kamera... ^^

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