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1 Song - 1000 Erinnerungen

ChristlMistl | Montag, 20. Juni 2016 | / / / |

Kennt ihr auch das Gefühl? Ihr hört gerade irgendeinen Song und dann, ganz plötzlich, prasseln tausende Erinnerungen auf euch ein. Das passiert mir nämlich des Öfteren. Letztens erst wieder beim Aufräumen meines MP3-Players.

Mitte September 2013 führte mich die Reise eine Woche nach Dänemark. Ein Land, in dem ich als Kind immer meine Sommerferien verbrachte. Alles kam mir so sehr vertraut vor und doch war alles anders. Mit 21 Jahren nimmt man die Szenerie dann doch ganz anders wahr, saugt sie auf, beobachtet und schließt es ganz, ganz tief in sein Herz ein. Und da war halt noch dieser eine Song, der immer und immer wieder im dänischen Radio gespielt wurde. Ein Song, den ich in Deutschland wahrscheinlich gar nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt hätte, denn eigentlich gehörte er damals nicht so ganz zu meinem allgemeinen Musikgeschmack.

Doch irgendetwas faszinierte mich schon während meines Aufenthaltes in Dänemark an diesem Lied, sodass ich mich immer freute, wenn er gespielt wurde. Nur wusste ich leider nie, von wem es ist und wie der Song nun heißt, denn dänisch spreche ich leider nicht. Da ich diese Woche auch komplett ohne Internet verbrachte, was ich wirklich jedem mal nur empfehlen kann, konnte ich natürlich auch nicht schnell Shazam anschmeißen. Also musste die alte Tour her: Lauscher anstrengen, Textzeilen einprägen und wenn ich wieder zu Hause bin, in die Suchmaschine schmettern. Und schwupps nach wenigen Sekunden hatte ich dann das Ergebnis. Mads Langer – Heartquake.


Und als ich diesen Song dann abspielte, wusste ich auf einmal, warum sich dieses Lied ganz unaufdringlich in mein Herz gespielt hatte. Denn dann kamen sie, die Erinnerungen. Erinnerungen an einen fantastischen Urlaub, an die Liebe zu einem Land seit Kindertagen, an sahniges & übergroßes dänisches Softeis, an das Glitzern des Meeres, welches ich noch nie so wunderbar wahrgenommen habe. Erinnerungen an die steife Brise, an die salzige Luft, meine versunkenen Füße im Wattenmeer, die Wasserspritzer als ich wie ein Kleinkind am Meeresufer entlanghüpfte, der weiche Sandstrand, die schier unendlichen Weiten, die unglaubliche Natur, eine Pferdekutschfahrt zu den Robben und noch soviel mehr, was sich wie ein alter Film vor meinen Augen abspielt, aber nicht in Worte gefasst werden möchte.

Wie ihr seht, muss hierbei der Songtext auch nicht zwingend passen, denn manchmal ist ein Lied in einem bestimmten Moment einfach da und untermalt diesen zunächst ganz unbewusst. Obwohl so ein bisschen passt es doch schon. Denmark and Mads, you hit me like a truck … you make my heart quake!


Auch mit London verbinde ich zwei Lieder. Coldplays "Speed of Sound" erinnert mich an die erste Reise in die Metropole mit meinem Papa im Sommer 2005. An die anstrengende, aber total aufregende Busfahrt dorthin, die heißen Temperaturen, die vollgepackten Tage, den Lärm, die Menschenmassen. Es war zwar nicht das erste Mal Ausland, aber die erste Metropole, die mich und meine Sinne echt überfordert hat und in die ich mich gleichzeitig total verliebt habe. Außerdem kaufte ich mein allererstes Coldplay Album, auf das auch Speed of Sound vertreten ist, in London. Ich brauche nur die ersten Sekunden von diesem Song hören und ich habe ein Lächeln im Gesicht.


Aloe Blaccs "I need a dollar" erinnert mich an meinen zweiten Besuch in London im September 2011. Abi-Fahrt lautet hier das Zauberwort. Da wir Schüler waren, somit klamm und London teuer - haben wir fast täglich "I need a dollar" in der Pound-Version gesungen, während wir im wohl schlimmsten bis dato erlebten Hostelzimmer zwischen Chemie- und Chicken-Wings-Gerüche der vorherigen Bewohner saßen und uns mit unserem Wasserkocher 5-Minuten-Terrinen aufbrühten. Ich konnte schon nach der zweiten keine mehr sehen, aber manche haben das die fünf Tage lang erfolgreich durchgezogen und die krassesten Türme aus den Bechern gebaut. Neben Wasserkocher hatten wir auch noch ein Sandwichmaker im Koffer - kulinarisch ging es uns also richtig gut^^.

Auch hier muss ich an unglaublich schönes, warmes Wetter denken, schmerzende Füße dank sehr, sehr vielem Laufen, den berauschenden Piccadilly Circus, an dem wir direkt wohnten und somit 24/7 erleben konnten - aber auch an ein grausames Hostel, mit noch grausamerem Frühstück und noch, noch grausameren Duschen sowie Toiletten. Aber gut, nach ein paar Tagen hat man den ganzen Dreck nicht mehr gesehen und das beste daraus gemacht.

Ich muss daran denken, wie wir alle ausgehungert am Flughafen saßen und nicht nach Hause kamen, weil es in Deutschland gerade stürmte, die Flieger daher nicht abheben konnten und so ein Werthers Bonbon der größte Hit wurde im Kampf gegen das Grummeln im Magen. Die Tüte ging dann in einer verkleinerten Gruppe von so zehn Leuten reihum, es wurde gewartet, bis jeder seinen Bonbon aufgelutscht hatte und dann ging es immer so weiter, bis auch die alle waren und wir unsere letzten Krümel miteinander teilten, aber die gute Laune schwand nie - wir hatten einen riesigen Spaß in der Abflughalle! Es war, ist und wird immer eine super Abschlussfahrt gewesen sein, die so viele Anekdoten hervorgebracht hat.


Und dann erinnert mich "Stubborn Love" von The Lumineers an den wohl besten Sommer, den ich bis jetzt so hatte. 2013 war ich in den Sommer-Semesterferien sehr viel unterwegs gewesen - Warnemünde, Hamburg, Dänemark und die Sächsische Schweiz. Ich tanzte auf vielen Konzerten (Ben Howard, Cro, Seeed, Tim Bendzko, die neuen Deutschpoeten) und auf meinem ersten richtigen Festival (MS Dockville). Auf letzterem, dass ich mit der fabelhaften Saritschka besuchte, traten auch die Lumineers auf und seit dem kommen vor allem beim erwähnten Lied all die Erinnerungen an diese unglaublich schöne Zeit wieder hoch.

Und jetzt seid ihr dran! Gibt es auch ein Lied, das euch in Erinnerungen schwelgen lässt? Ob Urlaub, Freundschaft, Schulabschluss oder etwas ganz anderes. Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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