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Tagebuch einer Pilatesahnungslosen #2

ChristlMistl | 2. Mai 2017 | / / |
By shushipu [CC0 Public Domain], via Pixabay  

Der Tag begann mit Rückenschmerzen deluxe, wahrscheinlich dank des gut gefüllten Backpackerrucksacks von gestern. Kaum aus dem Bett gefallen, fieberte ich den Nachmittag daher schon so richtig entgegen. Heute konnte ich Pilates also auf Herz und Nieren prüfen oder besser gesagt auf Rücken. Bringt mir der Kurs wirklich das, was ich mir von ihm erhoffe - bessere Haltung und somit weniger Rückenprobleme?

Der Kurs begann heute wieder in unserer Ausgangsstellung: Fersen aneinander gepresst, die Knie gerade, aber nicht durchgestreckt und leicht zu den Zehen hin gedreht, die Schultern locker und das Powerhouse angespannt (Bauch einziehen). Ein wenig hasse ich diese Stellung, weil ich durch sie zugeben muss, dass ich eine leichte X-Bein-Stellung habe. Ehe ich also die Fersen aneinanderpressen möchte, sind schon die Knie da und machen vor, wie es geht. Kurzes sortieren und dann geht das aber schon. Als ich die Übung am Wochenende meiner Mutter gezeigt habe, damit sie sich etwas besser vorstellen kann, was wir da machen, meinte sie nur belustigt, als ich den Bauch, äh sorry, das Powerhouse einzog: Jetzt hast du ja Brüste! Danke, Mama!

Irgendwann im Laufe der Stunde kommen wir von dem Stand ins Liegen. Hier bleibt natürlich das Powerhouse angespannt. Wir sollen den Bauch immer weiter einziehen, bis wir uns quasi ausgehöhlt fühlen. Das Schwierige dabei ist, beim Baucheinziehen, nicht das Brustbein anzuheben. Langsam kapiere ich, wie das gehen soll, wenn die Trainerin meint, wir sollen die Rippen zusammenziehen und den kompletten Rücken ablegen. Tschüss, Hohlkreuz! Hallo, Tiefenmuskulatur!

Was mir heute des Öfteren durch den Kopf geht, ist, dass ich ziemlich froh bin, mich nicht in dem Spiegel zu sehen, wenn ich da so auf der Matte liege. Vor allem bei der einen Übung, wenn wir liegend den Kopf bis zu den Schulterblättern anheben und in Richtung unseres Bauchnabels gucken sollen. Das Doppelkinn, das sich dabei abzeichnet, fühlt sich nicht nur schon total dämlich an - in Verbindung mit meinem verkniffenen Gesicht, weil ich kaum, eigentlich gar keine, Luft bekomme - sieht es wahrscheinlich auch so richtig dämlich aus. Hinzu kommt, dass ich vergessen hatte, meinen Zopf zu lösen und so bohrten sich zwei fiese Haarnadeln tief in meinen Schädel ein. Also hieß es: Augen zu und durch, ich wollte mein Powerhouse nämlich nicht verlassen.

Nachdem ich letzte Woche ja etwas enttäuscht war, weil mir die Anstrengung gefehlt hat, kann ich aber seit heute mit Sicherheit und ziemlicher Zufriedenheit sagen: Das kommt noch! Die neuen Übungen, die heute dazukamen, versprechen schon mal einiges und lassen mich auch etwas vor den nächsten Stunden zittern. Heute wurden dann auch mal die Beine abwechselnd in die Luft gestreckt. Dabei musste das Knie wieder leicht nach außen gedreht, erst gehalten und dann mit dem ganzen Bein gekreist werden. Halleluja, halt die Chose erst einmal, vor allem, wenn du denkst, dein Bein möchte sich selbstständig machen, so wie es zittert! Mein Gesicht hat dabei gefühlt auch einmal das ganze Repertoire des Mimiktheaters durchlaufen. Kurz mal nach links und rechts gelunscht und festgestellt, den anderen ergeht es gerade nicht besser - mein Bein ist im Vergleich sogar noch ziemlich gestreckt. Und wieder einmal bin ich heute froh, mich dabei nicht sehen zu müssen.
Wenn euer Bein anfängt zu krampfen, dann habt ihr schlecht trainierte Muskeln, verkürzte Muskeln oder euch fehlt etwas Magnesium. Aber das werdet ihr in den kommenden Wochen schon herausfinden, merken und anpassen.
Man könnte fast meinen, das klinge nach einer Drohung. Für mich jedoch klingt es nach Ansporn. Denn das verspricht mir, dass es anstrengender, herausfordernder wird und nicht eine ruhige Liegenummer, wie ich letzte Woche schon befürchtet hatte. Langsam merke ich, wie ich mich auf all das hier einlassen kann und so langsam auch Gefallen dabei finde. Manchmal bin ich noch etwas zu angespannt. Manchmal bin ich etwas überfordert, zwischen all dem Bauch einziehen und gleichzeitiger Übungsausführung nicht das Atmen zu vergessen. Am Ende des Tages bleiben jedenfalls ein entspannterer Rücken, eine gelöste Spannung im Nacken und die Erkenntnis: Puh, vielleicht bin ich doch gar nicht so falsch beim Pilates!

1 Kommentar :

  1. Deine Schilderungen erinnern mich ein bisschen an meine Yoga-Stunden! Ich finde die erste Übung im Sitzen, wenn es eigentlich nur um's Ankommen und Wirbelsäule aufrichten geht, mit am anstrengendsten. :D Ich bin total gespannt, wie es bei dir weitergeht - gelöster Nacken klingt schon mal klasse! :)

    Liebste Grüße,
    Sarah

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